Aktuelles – Archäologie und Geschichte in München

Archäologie München im Stadtmuseum

Archäologisches Schaufenster: Funde vom Marienhof

Münchner Stadtmuseum, Sankt-Jakobs-Platz 1, Foyer 2. Stock

seit 29. November 2017

Am Beispiel des Marienhofes und seiner vielfältigen Geschichte werden im Münchner Stadtmuseum Aspekte aus dem Forschungsprojekt Archäologie München präsentiert. Keramik-, Glas- und Lederfunde erzählen dabei vom Alltag, Tierknochen von der Beziehung Mensch-Tier, Pflanzenreste von der Ernährung der mittelalterlichen und neuzeitlichen Münchner. Auch die jüngste Vergangenheit wird am Marienhof präsent, zeugt doch das verformte Hotelgeschirr vom Café Deistler von den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg.

Eine Kooperation der Archäologischen Staatssammlung München und des Münchner Stadtmuseums.

3 aus 45.000

Präsentation im Infozentrum der Deutschen Bahn zur Stammstrecke am Marienhof

seit 5. April 2017 bis Ende der Bauarbeiten

Wir präsentieren unter anderem einen Topf mit Obst-Mus, der in einer Latrine lag und im Rahmen der Grabungen am Marienhof gefunden wurde. Lesen Sie hier die fiktive Geschichte, wie es dazu gekommen sein könnte:


Die ganze Geschichte zu dem Mus-Topf vom Marienhof

 

 

 

“Jedem Zecher sein Becher” – Glasfunde der Münchner Ratstrinkstube

Nur noch bis 17.10. in der Stadtinformation!

Gefäße aus Glas sind ein elementarer Bestandteil der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Wirtshauskultur. Eine kleine Auswahl der bereits 1991 ausgegrabenen Gläser der Münchner Ratstrinkstube kehrt für kurze Zeit in das Münchner Rathaus zurück. Die vor allem bei wohlhabenderen Personen beliebte Weinschenke befand sich im Haus Marienplatz 10, einem Eckhaus zur Dienerstraße. Sie wurde 1428 von der Stadt eingerichtet, der Abriss des Gebäudes fand 1868 statt. Derzeit werden die Gläser in der Archäologischen Staatssammlung wissenschaftlich bearbeitet. In einer vom Projekt "Archäologie München" konzipierten Pop-Up-Ausstellung wird ein kleiner Einblick in das umfangreiche Fundmaterial dieser Gaststätte gewährt. "Archäologische Schaufenster" wie dieses verdichten das Bild vom Leben im mittelalterlich-neuzeitlichen München.

Stadtinformation im Münchner Rathaus, seit 11.06.2018.

SchülerInnen zu Besuch bei "Archäologie München"

Keramik ist in der Regel die umfangreichste Fundgruppe jeder archäologischen Ausgrabung und als solche essentiell für die wissenschaftliche Auswertung der freigelegten historischen Hinterlassenschaften. Sie wird von unserer Keramikspezialistin Dr. Eleonore Wintergerst bearbeitet. Im Zuge der Inventarisation der Funde vom Münchner Marienhof in der Archäologischen Staatssammlung werden im Rahmen des Projektes „Archäologie München“ auch die dort geborgenen umfangreichen Keramikkomplexe erfasst und so entstand der Gedanke an geeignetem Fundmaterial eine praktische Übung zum Thema Keramik abzuhalten.

Schülerinnen und Schüler des Profilfachs Archäologie in der Q11 des Gymnasiums Kirchseeon konnten am 17.5.2018 in der Archäologischen Staatssammlung unter der fachkundigen Leitung von Frau Wintergerst an einem Workshop über spätmittelterliche Keramik teilnehmen, der in das umfangreiche Arbeitsfeld Einblick geben konnte.

Zunächst erfolgte eine  kurze Einführung über die Herkunft der Funde und die einzelnen bislang erfolgten Arbeitsschritte von der Bergung über die Reinigung, Katalogisierung, Inventarisierung bis hin zur Beschriftung jeder einzelnen Scherbe. Nachdem die Grundlagen mittelalterlicher Keramikherstellung dargestellt und die Auswirkungen von verschiedenen Magerungszusätzen und Brennatmosphären erläutert wurden, konnten die Schülerinnen und Schüler mit Originalfunden arbeiten.

Sie stellten dabei die ganz unterschiedliche Oberflächen- und Bruchbeschaffenheit der Scherben fest und versuchten mit viel Eifer anpassende Stücke zu finden. Gleichzeitig konnten Sie sich Gedanken zu den unterschiedlichen Gefäßformen und deren ehemaliger Verwendung machen. In der Zusammenschau wurde deutlich, welch ungemein hoher Aufwand zu bewältigen ist, bis zerscherbte Keramik ausstellungsfähig wird, und dass bei der Arbeit mit Keramik Geduld und sehr genaues Hinsehen nötig ist.

Unsere neue Publikation über das Gräberfeld von München-Giesing ist da!

Helga Furtmayr, München-Giesing. Ein frühmittelalterliches Gräberfeld vor der Stadt. Abhandlungen und Bestandskataloge der Archäologischen Staatssammlung, Digital Band 1 (München 2017). 111 S. mit 5 Abb. und 52 Taf.

ISBN 978-3-927806-44-3

Mit der Neuerscheinung „München-Giesing“ wird wahrhaft historisches Material publiziert. Dieser erste Band der Reihe „Abhandlungen und Bestandskataloge der Archäologischen Staatssammlung Digital“ ist gleichzeitig der Auftakt für weitere Online-Publikationen. Die Arbeitsgemeinschaft Archäologie München ermöglicht mit dieser und anderen Veröffentlichungen zukünftig einem breiten Publikum einen einfachen Zugang zur Archäologie in der Landeshauptstadt.

Entdeckt wurden die frühmittelalterlichen Grabfunde von Giesing schon 1914, beim Bau der Icho-Schule. Ausgräber war der damalige Assistent der Staatssammlung, Gero von Merhart (1886–1959), der später als Professor den ersten deutschen Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichte in Marburg innehaben sollte.

Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden die Giesinger Fundstücke bereits 1927 in einer Sonderausstellung der Staatssammlung, „Aus Münchens Vorzeit“, die in der Alten Akademie an der Neuhauser Straße mit großem Erfolg präsentiert wurde.  Wissenschaftlich ausgewertet hat sie jetzt schließlich Helga Furtmayr im Rahmen einer Münchner Dissertation, deren wichtigste Erkenntnisse hiermit vorgelegt werden.

Den kostenlosen Download (pdf) finden Sie hier!

Holz im mittelalterlichen München

Holz war ein wichtiger Rohstoff für den mittelalterlichen Menschen. Im Rahmen des Projektes Archäologie München konnten wir den Holzspezialisten Bernhard Muigg für die Bearbeitung der Holzfunde vom Marienhof gewinnen. Der im "Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege, Band 58 (2017)" erschienene Beitrag von Bernhard Muigg und Franz Herzig steht ab sofort über unsere Homepage kostenfrei zum Download bereit (pdf).